Überblick
Zukunft Online Marketing - Zukunft Online Agenturen - Zukunft Online Vermarktung - The Future of Online Marketing!
01.07. - 02.07.2009, Steigenberger Hotel, Bad Homburg
Deutscher Online Marketing Kongress 2009 findet große Resonanz
Top-Referenten, über 200 zufriedene Teilnehmer und ein großes Echo im Web – der Deutsche Online Marketing Kongress 2009 war ein voller Erfolg.
Die Veranstaltung, die am 1. und 2. Juli in Bad Homburg stattfand,
wurde von HORIZONT, Zeitschrift für Marketing, Werbung und Medien,
und der ebenfalls zum Deutschen Fachverlag in Frankfurt gehörenden Conference Group ausgerichtet.
Zu den Referenten und Panel-Teilnehmer zählten unter anderem Peter Würtenberger, CMO Axel Springer AG, Arndt Groth, Präsident des BVDW, Joel Berger, Deutschland-Chef von Myspace, Clemes Riedl, Geschäftsführer StudiVZ, Florian Schmitt, Creative-Director von Hi-ReS! in London, Peter Figge, CEO von Tribal DDB, Matthias Ehrlich, Vorstand United Internet Media, Sven Markschläger, Head of Digital Marketing bei Jägermeister, und Robin Karakash, Senior Media & Interactive Marketing Manager von Coca-Cola.
Die Veranstalter sehen das Konzept des komplett ausverkauften Events bestätigt und werden die Reihe fortsetzen. Der nächste Online Marketing Kongress wird voraussichtlich im Juli 2010 stattfinden.
Im Mittelpunkt des Kongresses standen die vielen verschiedenen Facetten von Internetwerbung. „Das Internet bietet längst alles, was Marken brauchen“, betonte Peter Figge, CEO der Multichannel-Agentur Tribal DDB. Der Agenturmann widerspricht damit zahlreichen Marketingverantwortlichen, die das Internet als maßgebliches Tool zum Markenaufbau immer noch scheuen.
Das betrifft insbesondere Unternehmen der Konsumgüterindustrie. Figge ist überzeugt, dass die Kernvoraussetzungen fürs so genannte Online-Branding erfüllt sind: Eine große Reichweite, die mittlerweile mit dem Massenmedium Fernsehen mithalten könne, dazu hohe Aufmerksamkeit bei den Nutzern. Hinzu kämen die vielfältigen Darstellungsmöglichkeiten im Internet, die inzwischen auch
multimediale Elemente wie Sound, Film und 3-D-Welten umfassen. Obendrein seien heutzutage Anwender in der Lage, das Nutzerverhalten genau zu messen und den Erfolg einer Kampagne oder Markenwelt zu kontrollieren. Ferner gebe es zahlreiche Kommunikationsmöglichkeiten, die „Werbung on Demand gleichkommen“, sagte Figge.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die Möglichkeiten des Web 2.0. „Wir zeigen die Marke bewusst nicht nur auf einer eigenen Plattform, sondern dort, wo sich die Menschen aufhalten“, betonte Robin Karakash, Senior Media & Interactive Marketing Manager Coca-Cola. So präsentiert die Marke Sprite ein Webisode-Format unter dem Titel „Green Eyed World“ auf Youtube. Auch Coke Zero öffnet sich mit einem Profil bei Facebook für den Dialog und bietet dort Infos, Bilder und Videos.
In die aktuelle Diskussion um die Vermarktung der Google News griff Peter Würtenberger, Chief Marketing Officer bei Axel Springer, ein. Er findet die Kritik von Hubert Burda an Google „verständlich“. Burda hatte in einem Gastbeitrag in der „FAZ“ eine Beteiligung der Verlage an den Umsätzen von Google gefordert. „Wer die Leistung anderer kommerziell nutzt, muss dafür bezahlen“, so Burda. Würtenberger wies deutlich darauf hin, dass Google den Content der Verlage als kostenloses Vermarktungsasset nutze. Würtenberger wies auf das große Problem der Verlage hin: Google heimst den Löwenanteil der Online-Werbung ein. Laut Studien gehen vom Online-Werbevolumen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro rund 1,5 Milliarden Euro an die Suchmaschine. 200 Millionen Euro gehen in den Affiliate-Bereich, rund 600 Millionen Euro in die Display-Werbung jenseits der Medienseiten, beispielsweise in Communities. Nur rund 200 Millionen Euro entfallen
auf Medien-Websites mit journalistischen Inhalten. Mit Blick auf Paid-Content-Modelle wies der Springer-Manager auf GEMA-ähnliche Lösungen hin. Denkbar sei, dass beispielweise beim Kauf eines Computers eine Internet-Abgabe eingepreist sei. Davon könnten dann auch journalistische Angebote profitieren.
Fest steht: Onlinewerbung bietet zwar viel Potenzial, wird aber alle derzeitigen Player nicht dauerhaft ernähren können. Von den 300 bis 500 Online-Vermarktern in Deutschland werden viele die aktuelle Konsolidierungsphase nicht überstehen. Nach Schätzung von Matthias Ehrlich, Vorstand von United Internet Media, wird es bereits für
jene Unternehmen eng werden, die im Vermarkter-Ranking der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung unterhalb von Platz 15 gelistet sind. Doch das Kriterium der Größe ist für das Überleben nicht allein ausschlaggebend. „Es werden auch jene bestehen können, die sehr gut eine Nische bedienen“, prognostizierte Terry von Bibra, Geschäftsführer Yahoo Deutschland. Dass dem Markt eine Bereinigung gut tun würde, darüber waren sich die Diskutanten einig.
„Es gibt definitiv zu viele Vermarkter. Aus Agentursicht ist eine Konsolidierung anzustreben“, sagte Klaus Ahrens, Geschäftsführer Pilot 1/0.
Aktuell machen sich aber nicht mehr nur die Vermarkter untereinander Konkurrenz, auch die Mediaagenturen dringen zunehmend in deren Domäne vor. Beispielsweise im Bereich Targeting, ein klassisches Aufgabengebiet für Vermarkter, werden Agenturen zunehmend aktiv. Agenturchef Ahrens verteidigte dies: „In unserem Job definieren wir uns darüber, dass wir ein großes Wissen über Zielgruppen haben.
Das gehört zu einem Kernasset jeder Mediaagentur.“ Dass er damit den Vermarktern Konkurrenz machen wolle, stritt er zumindest für seine Agentur ab.
Für einen positiv Ausblick sorgte am Ende der Veranstaltung Dominic Veken, Head of Strategy bei Kolle Rebbe. Er hielt ein flammendes Plädoyer für mehr Idealismus und Begeisterung: „Es gibt mittlerweile zu wenig Menschen, die hinter einer Idee mehr stehen, die sie mit Leib und Seele durchsetzen wollen.“
Abgerundet wurde der zweitägige Kongress von einer stimmungsvollen Party im Kur Haus Bad Homburg. Bei Buffet und Drinks diskutierten die Teilnehmer die Eindrücke, nahmen an einem „Fun Golf Turnier“ teil und staunten über einen verblüffenden Magier.